Münzer

Für’s passende Kleingeld

Anstehen am Telefonhäuschen, die Suche nach dem passenden Kleingeld, um sich dann doch zu verwählen. Wer hat nicht so seine Erfahrungen in den gelben verglasten Schaukästen gemacht. Aber so ein antiquarischer Münzfernsprecher ist dennoch ein kleines technisches Wunderwerk. In diesem Zusammenhang sind auch die Einheitenzähler aufzuzählen, die ab den ’60ern in den Wohnstuben Einzug hielt, um die Gebühren unter Kontrolle zu bekommen.

Im folgenden Abschnitt ist alles zusammen getragen, was für den Betrieb eines Münzers bzw. Gebührenanzeigers an einer ISDN- bzw. VoIP-Anschluss benötigt wird.


— Grundlagen Münzer – Der Gebührentakt —

Um für ein Telefonat Gebühren erheben zu können, müssen Gesprächsdaten erfasst und in eine Geldsumme umgerechnet werden. Hierfür wurde die Tarifeinheit eingeführt, welche am Münzer z.B. 20 DPF entsprechen. Damit ein Münzfernsprecher dies einfach erledigen kann, wird seitens der Vermittlungsstelle ein 16 kHz-Impuls (Gebührentakt) auf die Leitung gegeben. Durch diesen Impuls wird eine Einheit erkannt und der festgelegte Geldbetrag eingezogen.

In der Vermittlungsstelle wurde in der Vergangenheit die Länge eines Gebührentakt bestimmt, d.h. ein älteres Münztelefon hat keinerlei Einfluss auf die Taktung. Über die (meist) einstellbare Tarifeinheit lassen sich die Beträge für eine eigene Tarifierung gestalten. Bei analogen Telefonen mit Gebührenzählern werden die Gebührentakte über den gleichen Impuls erkannt und angezeigt.


—  Analoger Anschluss —

Bei einem analogen Anschluss wurden die 16 kHz-Impulse direkt von der VSt an den analogen Port übermittelt (Zusatzkosten zur monatlichen Grundmiete).

Der Gebührenimpuls wird heute nicht mehr angeboten.


— ISDN Anschluss —

Bei einem ISDN Anschluss wurden keine Impulse, sondern die Anzahl der Tarifeinheiten am Ende (AOCE) bzw. während des Gespräches (AOCD) übermittelt. Für den Betrieb eines Münzers wird AOCD benötigt, damit während des Gespräches die Beträge ermittelt und eingezogen werden können. AOCE bzw. AOCD verursachen Zusatzkosten zur monatlichen Grundmiete.

AOCD wird heute nicht mehr angeboten.

Analoge Münzer funktionieren genau so wie alle analogen Endgeräte im Zusammenspiel mit ISDN. Damit aber der Gebührentakt an den analogen Münzer übermittelt werden kann, wird eine TK-Anlage benötigt, welche die AOCD Informationen in einen 16 kHz Gebührenimpuls umwandelt.

Automatische Amtsholung: Da ein Nutzer nicht davon ausgehen kann, dass durch die zwischengeschaltete TK-Anlage eine „0“ vorgewählt werden muss, sollte die automatische Amtsholung für diesen TK-Port eingeschaltet sein. Dies hat jedoch zur Folge, dass die interne Telefonie durch fehlen der Steuerungsfunktionen (Stern, Raute, Erde) meist unterbunden ist.

  • Anforderungen:
    • Münzer mit 16 kHz Impulserkennung zur Abrechnung
    • ISDN mit Leistungsmerkmal AOCD
    • TK-Anlage mit 16 kHz Impuls am analogen Port
    • TK-Port mit automatischer Amtsholung

 — VoIP Anschluss —

Heute werden mehrheitlich nur noch VoIP-Anschlüsse angeboten, welche im privaten Umfeld auf DSL-Technik (A-DSL oder V-DSL) basieren. In diesem Umfeld werden keinerlei Gebühreninformationen mehr übertragen, d.h. der Münzer muss „selbst“ die Gebühr ermitteln, was meist durch einen internen Zeitgeber und in Abhängigkeit der Rufnummer bestimmte Gebühren zugewiesen werden. Beim analogen Clubtelefon 5 Version 2 kann solch ein Takt intern vergeben werden.


Gebührenanzeiger 86

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Clubtelefon 4

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Clubtelefon 5

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