Tour de Ring 2023

Es sind mittlerweile zwei Jahre ins Land gezogen, dass ich mich das erste Mal auf den Ring getraut habe. Letztes Jahr musste es meinerseits ausfallen.

Welcher Ring? Die Frage wurde ja im Bericht nicht eindeutig beantwortet – obwohl indirekt schon. Das wird nun nachgeholt.

Kenndaten

  • Typ: Ehemalige Grand-Prix Rennstrecke
  • Name der Strecke: Nürburgring
  • Abschnitt: Nordschleife
  • Länge: 20,832 KM
  • Kurven: 73 (40 Rechts-, 33 Linkskurven)
  • Lageplan: Link zur Seite
  • Zeitraum: 01.-04.08.2023

Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Eigentlich sehr viel, aber wenig zu dem Thema. In unserem diesjährigen Frühjahrsurlaub aber sprach mich meine Frau an, ob ich denn dieses Jahr nicht wieder auf die Strecke wollte. Sie hätte nach dem letzten Ring-Ausflug deutliche Verbesserungen hinten auf der Maschine in den Kurven verspürt. Wenn das mal kein Ansporn ist. Also gleich noch im Urlaub eine kurze Mail an den Organisator Michel geschickt, mit der Bitte, mir noch einen Platz zu reservieren. Hat geklappt.

Natürlich habe ich die letzten Tage vor dem Kurs wieder etwas Kopfkino gehabt, wenn auch deutlich weniger, als vor zwei Jahren. Unverändert bleiben meine persönlichen Randbedingungen, d.h. immer noch die 60 PS, sprich 8 PS zu wenig. Der Rest wie gehabt: GS mit Tankrucksack


Dienstag 01.08.2023

Dieses Jahr habe ich das Glück, nicht mehr auf mögliche Urlaubstage zu achten, ich kann sie mir selber genehmigen. Es ist Mittag und die Straßen werden langsam trocken. Dennoch rät mir meine Frau zum Regenzeugs. Alles aufgerödelt und ab auf die Piste. A8, A5, A81, A61. Natürlich müssen drei heftige Staus dem Treiben etwas den Schwung nehmen, dafür bietet ein wahrliches Regenungeheuer jede Menge Abwechslung. Die Sache mit den Klamotten, Frauen haben einfach ein gutes Gespür. Noch ein Tankstopp und das Hotel ist in Sichtweite. Dort angekommen, die Feuchtigkeit zieht sich wieder zurück, wird das Zimmer geentert und die Klamotten gewechselt.

Aber halt, wie war das noch mit der technische Abnahme des Motorrades? Klamotten wieder angezogen, ab auf die Kiste und zur Rubrik Technik gefahren. Unterlagen, vor allem aber die Startnummer, geholt. Dieses Jahr keine Schnapszahl, wir sind Gruppe 39, ich Teilnehmer 2, sprich die 392 wird auf dem Windschild sorgsam in einzelnen Nummern  geklebt. Und ein gelber „Bepper“ (Neudeutsch Zufahrtsberechtigung) auf den rechten Handschutz. Die Prüfung verläuft erfolgreich, Profil und Alter des Reifens sind OK, der Rest sieht wohl ausreichend gut aus. Bekomme auf den Bepper noch einen weiteren blauen Punkt, Prüfung bestanden.

Abends dann den obligatorische Vortrag zu den folgenden zwei Tagen. Ich bin doch wirklich entspannt, unser Tourguide (Fachsprache Instruktor) stellt sich vor und im Dialog lernen sich die Menschen kennen. Ich erkenne dann doch den ein oder anderen Teilnehmer vom letzten Mal, aber auch vier neue Gesichter, jedoch aus dem Forum bekannt. Ich bin nun nicht mehr das Küken, obwohl … mal sehen. Wieder geht es in den Gesprächen um verschiedene Kurven, deren Namen – wir sollten sie eigentlich im Schlaf aufsagen können – und die jeweiligen Schwierigkeitsgrade. Die Kurven sind bekannt, zu den Namen habe ich jedoch kein Bild, aber das Grauen davor ist nicht mehr vorhanden. Auf die Frage, was denn meine Problemecken auf dem Kurs sind, beantworte ich wahrheitsgemäß mit dem Karussell, man erinnert sich vielleicht noch aus meinem ersten Bericht.

Danach ab ins Bett, nun gibt es kein Zurück mehr. Den Wecker auf 5:45h stellen, Augen zu und durch bzw. schlafen. Ob ich die Fertigkeit des frühen Aufstehens noch besitze?


Mittwoch 02.08.2023

Das Frühstück ist wieder super, alleine es passt nicht so viel rein. Dennoch versuche ich für eine gute Grundlade zu sorgen, dafür wenig Kaffee. Für das Rappeln kann ich schon selber sorgen. Am Ring angekommen – es werden wieder links und rechts in bekannter Zweierreihe die Motorräder abgestellt – geht es zur Morgenandacht am Startpunkt im Zelt. Es gibt einen Zustandsbericht zur Straße, die Veranstalter bieten weiter Alternativprogramme an und ab 09:00 wir die Strecke frei gegeben.

Startaufstellung
Startaufstellung

Wir beschließen auf Grund der Wetterverhältnisse eine sehr ruhige Runde zu drehen und begeben uns auf den ersten Turn. Mit meiner Leuchtboje (orangene Regenjacke) verbleibe ich am Schluss der Gruppe und kann dem Treiben wunderbar zusehen. So im Bummeltempo kommen an jeder Ecke die Erinnerungen wieder hoch, d.h. das Kurven schneiden, das finden der Ideallinie, die manuellen Signale (Flaggen), Beschreibungen des Sehenswürdigkeiten (Kurvennamen), das Fehlen jeglicher Geschwindigkeitsüberwachung, der nicht vorhandene Gegenverkehr und diese wunderschöne Straße mitten im Grünen. Was für ein wunderbarer Moment. Michel nimmt sich wieder einen Neuling am Haken und fährt mit ihm separat den Kurs ab, was über beide Tage mit verschiedenen Teilnehmern passiert.

Die zweite Runde dann etwas mit angehobener Geschwindigkeit. Langsam bekommt man wieder ein Gefühl für die Straße und die Kurven. Selbst im Karussell fliege ich nicht gleich raus. Es läuft wirklich ganz gut für die feuchten Verhältnisse. Apropos nasse Strecke: Die Reifenspuren zeigen wunderbar, wer die Linie halten kann oder eher weniger. Ich merke mir die des Instruktors und versuche sie zu halten – bilde ich mir zumindest ein. Fährt ja niemand hinter mir, der das dementieren könnte. Ab und an können wir andere Gruppe überholen, ist wohl aber vor allem dem Segen der schmalen Bereifung unserer Kräder im Nass geschuldet.

Kurz nach Mittag klart der Himmel auf, der Belag trocknet zusehends und die Gruppe geht wieder auf die Strecke. Einen Wechsel in eine andere Gruppe hat es gegeben, wir sind nun etwas kleiner. Die Geschwindigkeit wird zunehmend erhöht, dennoch werden wir fleißig überholt. Was mir Sorgen macht, ist, dass ich vor nahezu allen Kurven abbremsen muss. Nicht, dass mir die Geschwindigkeit zu hoch wäre, eher, um dem Vordermann nicht auf das Kennzeichen zu fahren. Vermutlich nehme ich das Gas zu spät zurück. Die Enttäuschung, dass nicht in den Griff zu bekommen, wächst. Auch, dass ich bei meiner Fahrweise für mich keine wirklichen Verbesserungen erkennen kann. Von Angst oder Horror vor den Kurven ist keine Spur zu erkennen. Auch Rutscher vor mir bereiten mir kein Kopfkino. Auf einer Tour, Michel hat mich wieder mal hinter sich genommen, geht es in etwas schnellerer Gangart durch den Parcours, die Reifen haben jede Menge Gripp, der limitierende Faktor ist meine Person.

Dann zurück in der Gruppe geht es auch deutlich schneller wieder zur Sache. Ich verbleibe am selbstgewählten Schluss der Truppe und weiterhin erhalten wir nach den Runden eine kurze Manöverkritik. Bei mir fällt auf, dass ich nach den Kurven etwas zu viel Abstand lasse. Ist einerseits sicherlich der Maschinen geschuldet, ich dürfte den leistunsgschwächsten Motor haben, aber eben auch dem zu geringen Beschleunigen. Denn am Gasgriff ist noch Luft. Das Aufholen klappt aber ohne Probleme oder heftiger Hatz, ich zerrupfe die Gruppe nicht.

Nach 13 Runden bzw. rund 280 KM ist der Tag abgeschlossen, wir kommen knapp nach Durchgangsschluss an der Ziellinie an – ich hätte gerne noch eine weiter Runde gedreht – und es geht von der Piste. Schnell noch die Schüssel vollgetankt, Klamotten umgezogen und gegen später wieder am Essenstisch getroffen. Die Gespräche gehen, wie soll es anders sein, um die Strecke und das erlebte. Schnell noch mit der Heimat telefoniert, aber heute bin ich mal etwas früher im Bett.

Dort beginnt dann das grübeln. So richtig zufrieden bin ich mit meiner Leistung nicht, kein echter Erfolg erkennbar, die wilde Bremserei, das zu späte aufschließen an die Gruppe geben den Rest. Ich bin wieder am Ausgangspunkt von vor zwei Jahren: Hast du dich übernommen? Bist du hier fehl am Platz? Auf die Kiste will ich nichts kommen lassen, das ein oder andere PS wäre ganz schön, das ich aber nicht der Kern des Problems. Also schwirrt im Kopf den morgigen Tag noch mit zu nehmen, aber final dem Thema für die Zukunft abzusagen. Etwas gefrustet noch schnell den Wecker gestellt, dann wird es dunkel hinter den Augen.


Donnerstag 03.08.2023

Das bekannte Geräusch trommelt an den Fenstern, wir müssen uns auf keine neuen Herausforderungen einstellen. Nur die Klamotten müssen gepackt werden, die folgende Nacht sind wir in einem anderen Hotel untergebracht. Wieder eine sehr nette Gesellschaft am Tisch gehabt, von meinem Entschluss soll jedoch noch niemand etwas erfahren.

Am Ring angekommen, die Strecke bleibt vorerst gesperrt, hat unsere Gruppe einen eigenen Tisch. Tolle Gespräche, auch abseits vom Ring-Geschehen, kommen wir uns persönlich immer näher. Die Damen, welche uns mit Essen betreuen, geben sich wirklich erfolgreich viel Mühe, den Menschen es sehr Recht und angenehm  zu machen. Ein weiterer Mitkämpfer tritt den Rückweg nach Hause an, auch viele andere sieht man abwandern. Nö, das ist nicht mein Ding, ich will es zumindest bis zum Schluss mitmachen.

Die Sonne schielt durch die Wolken, die Laune geht sofort wieder in Richtung Spaß. Wir werden neu zusammengestellt, es geht deutlich flotter auf den Kurs. Nach mehreren Runden zieht mich Michel dann wieder heraus.

Dann tritt mich ein Stachel, ich will es wissen und nehme das imaginäre Messer zwischen die Zähne.

Döttinger Höhe, Start- und Endpunkt der Strecke. Eine sehr lange Gerade, auf der ein Teil abgesperrt ist und die Motorräder links und rechts stehen. Am westlichen Ende das Zelt, in dem die Veranstalter die jeweiligen Gruppen auf die Strecke lassen. Es geht los, der Gasgriff wird diesmal nicht geschont, die Geschwindigkeit wird deutlich erhöht und der Abstand zu Michels Hinterrad soll nicht zu groß werden. Vielleicht hat er es gemerkt, ich bilde es mir zumindest ein.

Antoniusbuche, die Strecke ist richtig Breit, aber man nimmt von rechts aus Anlauf und beschleunigt kräftig. Kurz vor der Brücke geht es nach links rüber, die Strecke wird leicht geschnitten.

Tiergarten, weiter geht es in eine leichte und schnelle Links-, Rechts-, Linkskurvenkombination in Richtung Hohenrain.

Das, was dort auf einen zukommt, sieht aus wie eine Straßenabsperrung – was es aus ist: Hier ist der „alte Übergang“ zur neuen Grand-Prix-Strecke. Zäune und Betonsockel verhindern ein direktes Weiterfahren. Das ist der Teil, der mir beim ersten Mal schwer beeindruckt hat: Links über den Rand der Straße rüber, deutlich anbremsen und ab nach rechts weiter. Gleich danach wieder nach links, immer entlang des Zauns.

Ein kurzes Stück weiter (T13) und im 90 Grad Winkel ab nach rechts. Auch hier ist der „alte Übergang“ kommend von der neuen Grand-Prix-Strecke.

Hatzenbach: Von der linken Seite ab nach rechts, um gleich nach links in die Nordkehre zu kommen, seit kurzem mit Sabine Schmitz Kurve benannt. Auf die rechte Seite, um gleich wieder von links außen und rechts abzubiegen. Weiter mit links, rechts, rechts, links und einer engeren rechten Kurve entlang zu fahren. Hier kann man wunderbar durch das Geflecht schwingen. Endlich kann  ich in die Kurven reinfallen, gebremst wird nur noch bei Bedarf. Und meine Lieblingsaktion ist im Einsatz: In den Kurven am Gas bleiben bzw. leicht beschleunigen.

Weiter geht es auf einer etwas längeren Strecke (Hocheichen) mit richtig viel Beschleunigung, es wird eine Brücke überfahren, was man aber erst nach mehreren Runden wahrnimmt. Dann wird in mehrfach wechselnde Kurven übergegangen, um eine engere rechte Kurve im Kurveninneren zu nehmen (Quiddelbacher Höhe, Flugplatz). Hier auch wieder der Swing der wechselnden Kurven.

Als nächstes das berühmte Schwedenkreuz. Wer hier den Hahn aufdreht, sollte wissen, was er/sie tut, sprich die Strecke kennen. Oder man hat, wie wir, einen erfahrenen Tourguide vor sich. Nicht wirklich einsehbar wird der Motor etwas gequält und ich kann den Zeiger des Tacho-Schätzeisens auch mal auf 150 erkennen. Immer den Blick auf die Straße – wir wollen ja nicht im Gemüse landen.

Aremberg ist die einzige Stelle, die im Kurvenäußeren ein Kiesbett hat. Links an den Rand du gut runter bremsen und ab durch die Mitte in Richtung Fuchröhre. Schakka, gib Gummi, die Vergaser wollen geflutet werden, um im angrenzenden Adenauer Forst durch die Kurven zu wedeln. Dort wird es nochmal etwas enger, die Perspektive vor einem macht Kapriolen. Wer im Internet die Stelle sucht, hier gibt es ein gutes Abflugpotential.

Metzgenfeld und Kallenhard sind schnelle Strecken und schöne, aber tückische Kurven. Im Kallenhard wurden Pilonen aufgestellt, hinter denen direkt eingelenkt werden sollte. Wer hier langsam reinfährt, versteht die Maßnahme nicht gleich. Versucht man es etwas schneller und nimmt nicht den vorgesehenen Weg, dann kommt einem das Ende der Strecke und der Zaun doch recht nahe. Wie man erkennen kann, wird hier viel für die Gesundheit der Fahrer seitens der Veranstalter gemacht.

Weiter geht es im Geschlängel, jede Menge weitere Kurven sind zu meistern (Wehrseifen). Breidscheid bzw. ExMühle ist in Sicht: Auch hier wurden wieder Pilonen aufgestellt, es wird rechts haltend stark herunter gebremst. Hintergrund ist eine Schallschutzmauer auf der linken Seite, die die Kurve nicht einsehbar macht. Auf der Geraden aber steht eine Betonmauer, welche es gilt, nicht ins Visier zu nehmen. Spuren auf dem Asphalt weisen aber auf solche Einschläge hin. Wer die Ecke kennt, weiß, dass gleich danach der Hahn wieder aufgedreht wird, denn nach der nächsten rechten Kurve geht es zügig bergauf – und mit 60 PS kann man da schon mal verhungern.

Schöne langgezogene Kurven in Sicht, am Ende (Bergwerk) eine heftige Rechtskurve und dann Gummi, denn es geht leicht bergauf. Wieder schlängelt es sich recht schnell zwischen den Bäumen und Zaun durch (Kesselchen). Der Asphalt und die Randsteine kommen einem schon recht nah.

Mutkurve, Klostertal und Klostertalkehre haben es in sich, aber vor allem mein geliebtes Caracciola-Karussell wird nun angefahren. Soll ich nochmal was dazu sagen? Wir kommen durch, ich nehme sie seit kurzem im 4. Gang und dann ist der Moment auch schon wieder vorbei.

In der Hohe Acht geht es wieder bergauf, um am Vordermann zu bleiben, ist frühes Gas geben angesagt.

Vor mir blinkt es rechts, an uns ziehen zwei schweizer Motorräder vorbei mit drei Personen. Irgendwas irritiert mich. Nicht das überholen, nicht das Kennzeichen, nicht das erste Moped, aber auf dem zweiten sitzen zwei Personen, die zweite ist unschwer als weiblich zu identifizieren. Aha, das geht also auch? In mir entwickelt sich eine Idee … Konzentration, Monsieur, Konzentration, nicht abschweifen, das Gelände ist immer recht nahe.

Zurück zum Thema: Hedwigshöhe und Wippermann sind wieder schnelle Kurven und es geht auf Eschbach zu, ein kleiner Favorit von mir: Kaum anzubremsen, geht es schnell rechts im rechten Winkel leicht runter, am Ende wieder rechts und wieder hoch in Richtung Brünnchen und Pflanzgarten. Hier kommt nach einer Linkskurve eine weitere 3er-Kurvenkombination, die komplett ohne Fahrtrichtungsänderung durchfahren wird. Genial!

Das Ende der Strecke naht mit  Schwalbenschwanz und dem Kleinen Karussell, dort heraus dann wieder schnell beschleunigen. Im 5. Gang so bei 120, wenn der Gashahn aufgedreht wird, fängt die Kupplung wieder an zu rutschen. Mit gefühlvollem Nachjustieren, ich will die Scheibe nicht verheizen, kann die Leistung wieder auf die Straße gebracht werden. Die letzten Kurven werden beherzt genommen, der Motor und dem Fahrer werden die letzten Reserven genommen und am Galgenkopf mit der letzten Kurve geht es in die Auslaufzone der Döttinger Höhe, End- und Startpunkt des Kurses.

Am Fahrerlager angekommen, ein kurzer Blick von Michel, ein Nicken meinerseits – und es geht nochmal auf den Kurs.

Wer das mal sich ansehen möchte, hier ein Link zu der Veranstaltung 2020 (Film liegt auf youtube)

Hey, endlich macht es richtig Spaß, ich kann leichte Verbesserungen an mir erkennen. Die Bremserei ist Geschichte – nein, an den richtigen Stellen wird immer noch beherzt in die Eisen gestiegen – und in den Kurven fühle ich mich puddelwohl. Noch Fragen? Am Ende der zweiten Runde, eine Gruppe Bücklinge treibt uns vor sich her, packt uns doch noch der Ehrgeiz – wir werden aber dank der Kurven nicht überholt.

Wieder im Lager angekommen geht es in die Gruppe zurück, nachdem ich meine Ansage für das Karussell bekomme (drück dich mal mit den Füssen beim Durchfahren auf die Rasten). Wir sind mit dem Instruktor nur noch zu dritt, der Himmel ist uns wohlgesonnen und ich drängel mich an die zweite Stelle, d.h. kein Schlusslicht. Auch hier wieder auf der Suche nach der Nähe des Nummernschildes des Vordermann. Wieder geht es recht schnell zur Sache, aber nach einigen Kurven bekomme ich ein „Daumen hoch“ vom Instruktor, er scheint zufrieden zu sein. Ich auch. Am Ende der Runde klingt sich der vorletzte Verbliebende aus der Truppe, wir sind alleine unterwegs. Kurzes Signal und zwei weiter komplette Runden werden nochmal mit leicht angezogenem Tempo absolviert. Die Strecke ist nahezu leer, wir haben das Fahrparadies vor und unter uns – mir geht es sau-wohl. Die komplette Zeit wird auf dem Ring genutzt (irgendwie dann doch etwas Schwabe), der Zufriedenheitsgrad steht auf 150%. Feed-Back: Ich möge doch die Ränder der Straße etwas mehr mitnehmen, um weitere Reserven zu erhalten. Wird vermerkt. Heute waren es trotz der kurzen Wetterzeitfensters 12 Runden, 5 aber mit mächtig viel Spaß.

Und nun? Was wird mit den Vorsätzen vom letzten Abend? Das wird eine andere Geschichte, aber ich habe da eine Idee.

Am Abend haben wir zwei neue Gäste am Tisch. Zwei Schweizer, eigentlich er Österreicher, welche mit zu uns gesetzt werden. Wie es der Zufall will, handelt es sich um das Paar auf der Kiste. Der Abend wird lang und unterhaltsam.


Freitag 04.08.2023

Die Heimreise wird unspektakulär, es schüttet, was der Himmel hergibt, ein drehendes Paketauto zerfetzt seine Front ca. 15 Fahrzeuge vor mir und ich fahre auf dem letzten Tropfen Sprit in die heimatliche Einfahrt doch noch trocken ein. Noch schnell die Startnummer abgezogen; nicht dass die Nachbarschaft denkt, ich wäre auf der Rennstrecke gewesen, und das Moped wird wieder in die Garage gestellt.

Vielen Dank an Michel (Michael Schenk), der sich sehr viel Zeit für alle Neulingen und Zurückgekommenen nimmt. Und nochmals vielen Dank für die letzten Runden. Einen besonderen Dank aber auch an unseren Gruppen-Instruktor Jürgen Rhode, der als Ersatz für Bernd Rosemeier uns durch den Parcours führte und mir ebenfalls zwei tolle Runden bescherte. Und schlussendlich aber auch Bernd, der trotz seiner Schulter-OP dabei war und jede Menge Bilder machte. Ich freue mich immer wieder, ihn zu sehen.

Hans

ps.: Sollte ich im Bericht die ein oder andere Kurve bzw. Strecke nicht richtig wiedergegeben zu haben, habt Nachsicht. Das hier so im trockenen zu schreiben, bedarf schon recht viel Recherche.