Hans im Glück

Pyrenäentour 2017 (16.-30.09.2017)

Dieses Jahr hat uns ja so einige Regentage beim Motorradfahren bzw. Nichtfahren gebracht, auch einige Urlaubstage konnten nicht wie geplant genommen werden, so dass der Mopedfrust schon etwas vorhanden war. Im Laufe des Frühjahres kam nun meine Frau mit einem Vorschlag für unserem Herbsturlaub 2017 um die Ecke: Wie wäre es, wenn wir in die Pyrenäen fahren würden, und zwar mit der GS? Mir fehlten im ersten Augenblick wirklich die Worte, da dies zu einem meiner Traumziele gehört und immer weit weg geschoben wurde, da alleine An- und Abreise viel Zeit verschlingt und ich ungerne so viel Zeit ohne Dame des Hauses im Urlaub verbringe.

Drum der Titel, der ganz meiner Frau gewidmet ist!

Auf meine Nachfrage, ob sie sich denn die Strapazen antun würde, kam als Antwort, dass Danzig ja auch nicht um die Ecke gelegen hätte. Nun ging es an die Planung, besser es wurde an die Planung gegangen und ich wurde mit eingeweiht. Reihenweise Reiseberichte und am Ende drei Bücher wurden verschlungen, Karten gekauft und Ideen geschmiedet. Für mich war klar, dass es ein ausgewogener Urlaub aus fahren und erleben werden sollte. Da wir letztes Jahr in der Provence mit dem Auto waren, war dann auch das erste Tagesziel schnell gesteckt: Nîmes.


Samstag

Früh um 6:20h Abfahrt aus den heimischen Gefilden bei 7,5 Grad Wohlfühltemperatur.

Unser Packesel:

Kurz hinter Karlsruhe dann der Ausfall des Tachos. Ab nun wird die Geschwindigkeit am Drehzahlmesser abgelesen. So ab Mulhouse steigen die Temperaturen auf über 10 Grad, langsam kommen wieder Gefühle in die Glieder. Tapfer schlägt sich meine Mitfahrerin hinten auf der Kiste und wir verschlingen jede Menge KM. Ab Lyon wird es angenehm warm, die Winterhandschuhe werden getauscht, immer das Ziel vor Augen. Ein kurzer, aber heftiger Regenschauer ereilt uns dann doch noch, ab Orange wieder bester blauer Himmel. Noch ein kurzer Tankstopp (auch die müssen nun geschätzt werden) und in Nîmes West runter von der Bahn, zwei Ortschaften weiter (Bernis) dann die Anfahrt in die erste Unterkunft. 17 Uhr.

900 KM an einem Tag: Die Dame des Hauses hat meinen ganz großen Respekt. Wir sahen trotz des langen Tages noch einigermaßen frisch aus. Wir hatten eine tolle Unterkunft mit nur 3 Zimmern für Gäste und einer sehr netten Hausdame. Kurz noch beim Supermarkt einkaufen gegangen, schön im Innenhof gegessen und dann im Bett umgefallen.

Unterkunft:
http://leclosdesaramons.fr/

Strecke:


Sonntag

Ab nun wird es gemütlich mit der Fahrerei. 260 KM bei bestem Mopedwetter nach Prades zu unserer zweiten Unterkunft und ersten Stützpunkt. Das zweite Teilstück wird am Mittelmeer entlang genommen, jedoch mit viel Sonntagsausflugsverkehr. Eine kleine Irritation hat es: Die Gipfel der Berglandschaft sind schneebedeckt. Ich hoffe das Beste.

Erster Meereskontakt:

Bei gutem Wetter dann auf der Terrasse des Anwesens (Villa du Parc) den Abend mit einer Flasche Wein ausklingen lassen. Außer uns sind nur zwei weitere Paare im Haus, wir haben den tollen Park ganz für uns alleine. Die Musik darf selber gewählt werden, es befindet sich eine größere Plattensammlung zur Nutzung. Ich finde jede Menge Platten aus der eigenen Sammlung, u.a. Jean Michelle Jarre.

Irgendwann wird es dunkel hinter den Augen.

Unterkunft:
http://www.villa-du-parc.com/

Strecke:


Montag

Der Regentag am Montag wurde zum Nichtstun verdammt, was uns nicht wirklich schwer viel. Die Unterkunft ist bombig, der Wein erste Sahne und die Lasagne am Abend tat richtig gut. Ein Erholtag.


Dienstag

Markttag. Tolles Gemüse, Früchte und Käsesorten im Angebot. Alles eingepackt und in die Unterkunft gebracht. Das Abendessen ist gesichert.

Kiste gepackt und dann das nächste Drama: Meinem Papiernavi fehlt der Stift. Einen Stift geliehen und eine kleine Strecke rausgesucht. Zwei kleinere Pässe über verwinkelte kleine Straßen ohne Seitensicherung, aber bester Aussicht. Die Dame des Hauses fühlt sich sehr wohl, die Kurven können immer enger genommen werden. Vorne ist der Reifen mittlerweile komplett in der Nutzung, hinten gibt es noch 2 mm Angststreifenrand links und rechts (hat sich später dann auch erledigt).

In den Höhenlagen wird es wieder spürbar kühler, den dicken Handschuhen verweigern wir uns aber. Eine kleine Verbrasserie versüßt uns den kurzen Halt. Auf dem Rückweg drückt heftig die Sonne raus mit blauem Himmel – Kurve um Kurve geht es wieder ins Tal. Hinten drauf werden kräftig Bilder gemacht.

Kurz vor dem Ende noch eine Bar an der Straße geentert, welche in einer Kurve einen bomben Ausblick in die Prärie ermöglicht. Bei einem Glas Wein mit viel Sonne im Gesicht und tollen Kurven im Kopf genau das richtige.

Abends dann den Einkauf vom Markt vernichtet. Die Abendsonne leuchtet die schneebedeckten Gipfel der Berge an (Ausblick aus dem Zimmer).

Strecke:


Mittwoch

Der nächste Transfer steht an. Meine Mitfahrerin würde gerne über Andorra fahren, ich komme dem Wunsch der Streckenänderung gerne nach. Die Ostseite ist ja auch wirklich schön, wir kommen bis auf runde zwei Meter bis an den Schnee. Hier hat es die letzte Woche schon heftig festen Niederschlag gegeben. Sieht toll aus, aber es ist auch wirklich kühl.

Das Einkaufsparadies lassen wir aus und begeben uns auf die Westseite. Schrecklich, wie verschandelt und hektisch diese Seite ist. Die Hauptstadt eine echte Katastrophe. Kurz getankt, ein Toast zwischen den Zähnen und weiter geht es.

In Spanien wird es dann doch angenehm warm. Die N 260 ist, obwohl als Durchgangsstrecke ausgeschildert, angenehm kurvig und bietet eine wunderschöne Aussicht.

Ein kurzer Stopp in der Wärme, veredelt durch ein kühles Blondes, geht es auf die letzte Etappe runter in das Isabena Tal. Wir haben auf einem Campingplatz eine Hütte gemietet. Alles abgerödelt und noch die Abendsonne genossen.

Schnell noch den Supermarkt geentert und im Tankrucksack Wein, Sekt und Wasser verstaut.

Nach dem Umziehen ab ins Restaurant, Isabella genehmigt sich eine vorzüglich zubereitetes Kaninchen, ich bleib bei bekanntem Rindfleisch. Es wird dunkel hinter den Augen.

Unterkunft:
http://www.isabena.eu/de/

Strecke:


Donnerstag

Wir nehmen uns eine kleine Stecke aus der Karte vor, 210 KM sind angesagt. Voll getankt, der Tacho verbleibt in seiner Ruheposition, machen wir uns auf die Strecke. Die Abzweige sind nicht einfach zu finden, nach dem einem oder anderen Um-Dreher finden wir aber den Weg. Schmal wie die GS sind die Wege. Warum auch immer dort ein Mittelstreifen aufgezeichnet ist, erschließt sich mir nicht. Es geht auf einen Kamm entlang malerisch durch die Gegend. Hinten ist Madame völlig begeistert, wir machen immer wieder einen Stopp und genießen die Landschaft. Warum hab ich diese Gegend nur so sträflich gemieden?

Wir zirkeln hinunter und wollen am Wasser entlang in Richtung Norden N138. Aber kein Wasser in Sicht, der Sommer war gnadenlos heiß.

Kurz vor dem nächsten Pass kehren wir ein. Tapas in Form von Garnelen im heißen Öl, weltbeste Tortilla und Patatas Bravas stehen bei bester Sonne auf dem Programm.

Nach einre gemütlich Stunde Auszeit geht der Weg links ab. Keine 4 KM später ist der Weg gesperrt. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es keine Alternative gibt. Wieder zurück wird der Weg nun rückwärts angegangen. Wieder schlängeln wir uns den Berg hoch, Meter um Meter wird es aber auch angenehm kühler (unten im Tal hat es 26 Grad im Schatten). Kurve um Kurve geht es voran und auf dem Rücksitz gibt es kein Murren.

Langsam wurde es 5 Uhr und irgendwie mussten wir ja noch nach Hause. Im Kopf die Streckensperrung haben wir dann kehrt gemacht und den ganzen langen Weg zurück genommen. Die Zeit im Nacken wurde mein Fahrstiel immer schneller. Noch ein Blick auf die Karte, um den schnellsten Weg zu finden, nahmen wir wieder die Strecke nach Süden, um dann quer wieder ins Isabena Tal zu kommen. Im Tiefflug durch alle Kurven dann endlich am Wendpunkt angekommen, entpuppt sich der Querweg als Ministrecke mit grobem Asphalt, was wiederum die Geschwindigkeit verringert. Noch im Supermarkt an der Strecke Käse und Schinken eingekauft und die letzten 28 KM abgespult. Der Hintern ist durch, ich erwarte eine Standpauke ob meiner Fahrerei und erhalte am Ziel die Frage, ob wir nicht doch irgendwie einen alternativen Weg gefunden hätten. Die Karte könnte ja fehlerhaft sein. Ansonsten bester Laune bereitet die Dame das Abendessen vor. Mein Teil widmet sich dem Öffnen des Weines. Völlig fertig fallen wir in die Kiste.

Später hat es sich dann herausgestellt, dass sie Recht hatte: Es hat einen Parallelweg gegeben.

Der Tankvorgang am Tag danach bringt dann die Wahrheit aus Licht: Es müssen um die 320 KM gewesen sein.

Strecke:


Freitag, Halbzeit

Es schüttet aus Eimern, wir verschanzen uns im Haus und lesen bzw. schreiben das Tagebuch (mein Job).

Wir hatten uns ja auf schlechtes Wetter vorbereitet und die bekannten, im September noch frischen Spekulatius mitgenommen.

Aber meine Frau ist immer wieder für Überraschungen gut: Sie schlägt zum Nachmittag einen Pastis vor – und das von ihr, die Anis wirklich nicht mag. Die große Überraschung: Diese Variante findet Platz auf der Positivliste.


Samstag

Nach einem ausgiebigen Frühstück war heute eine kleine Runde angesagt. Wieder in die Berge, quer in den Osten und ab in den Süden. Keine aufregende Strecke, aber jeder Menge Stopps für Bilder.

Die ausgetrockneten Flussläufe haben es uns angetan. Schon fast erschreckend wenig Wasser hier zu sehen. An einer Staumauer wollte ich eigentlich ein paar Bilder von oben machen, kam aber nicht auf die andere Seite der Straße rüber. An der nächsten Ausfahrt dann in ein kleines Dorf – und dann hat mich der Ehrgeiz gepackt und bin das Tal von hinten hinein gefahren. Wie vermutet waren wir dann am unterem Ende der Staumauer angekommen. Hätte man es genau so gewollt, hätte ich die Straße nicht gefunden. Offiziell befahrbar war sie eh nicht….

Weiter zum nächsten Stausee unterhalb von Graus

Mittags in Graus dann einen kleine Snack eingeworfen. Richtig heiß so in der Sonne. Eigentlich wollten wir noch einkaufen, aber da war die Sache mit der Siesta. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, nachmittags nochmal in die 28 KM entfernte Stadt zu fahren. Die Dame des Hauses war wieder mit dabei, irgendwie kann ich sie mit meinem Fahrstil nicht mehr schocken.

Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang dann das Eingekaufte verspeist.

Strecke:


Sonntag

Heute war wieder ein Transfertag. Am Abend davor noch eine alternative Strecke durch die Berge ausgearbeitet und in der kühlen Morgenluft losgefahren. Knallblauer Himmel und Sonne sind unsere Begleiter. Immer weiter westwärts gen Pamplona.

Mittags dann die berühmte Bar an der Straße: Tapas in Hülle und Fülle.

Zwischendurch muss mal wieder das Navi angepasst werden.

Wir fühlen uns schwer heimisch. Wieder an vertrockneten Seen bzw. an Stauseen mit sehr wenig Wasser schlängelt sich die Strecke.

Die Berge werden kleiner und das Navarragebiet wird unser neues Zuhause. Eine kleine Anhöhe hoch und wir stehen vor unserer neuen Unterkunft (Nähe Yesa): Ein Kloster mit Hotelbetrieb.

Wir hatten uns auf einen spartanische Unterkunft mit einfachem Essen eingestellt. Geboten werden großzügige moderne Zimmer und eine wirklich ausgezeichneter Küche. Das Moped steht erlaubt im Innenhof. Nobel geht die Welt zugrunde. Meine Frau hat wirklich tolle Übernachtungen ausgewählt. Mal eine ganz andere Art der Zweiradübernachtung.

Unterkunft:
www.monasteriodeleyre.com

Strecke:


Montag

Weiter geht es nach Westen. Am Abend davor hatte man uns vom aufkommenden Regen gewarnt, der Morgen war jedoch himmelblau. Und mal wieder ein richtig gutes Frühstück. Statt direkt über Pamplona haben wir uns wieder kurzentschlossen eine alternative Strecke ausgesucht. Aber je weiter wir auf den Norden von Pamplona zukommen, umso schwärzer werden die Wolken. Die Strecke wird mit schnellem Fuß genommen, es hat wohl doch heftig geregnet, denn die Straße ist klatschnass. Da wir nur eine kurze Etappe haben und eigentlich vor hatten, im Gebiet etwas zu kurven, entscheiden wir uns um, fahren weiter bis an die spanisch-französische Küste und steuern Irun an.

Dort erwartet uns ein heftiger Platzregen und es wird eine Überdachung zwischen zwei Häusern angesteuert. Im Trockenen stehend und die Umgebung absuchend entern wir einen Tisch und bestellen und ein paar Tapas. Irgendwie ist das Leben mit der bewirteten Überdachung sehr nett zu uns.

Und der Regen hört auf. Weiter Richtung Meer, in Hondariba, wird der Strand geentert.

Gegen später wieder rückwärts in unser Zielgebiet Ziga. Unsere Unterkunft, ein Casa Rual, ist mal wieder wunderschön. Isabella hat einfach ein Händchen für die Schlafstätten. Bei einer guten Flasche Wein und einem leckeren Salat – die vielen Tapas müssen berücksichtigt werden – wird der Tag erfolgreich abgerundet.

Unterkunft:
zigakoetxezuria.com

Strecke:


Dienstag

Man hat uns einen Tag geschenkt. Wir dachten, dass wir nur zwei Übernachtungen gebucht hatten, es sind aber drei. Bei der Vorbereitung hatten wir das Kloster neu eingeplant und vom Westen dann einen Tag abgezogen. Die Wirtin schaute uns ganz ungläubig an, dann hat sie uns unsere Buchung gezeigt, wir haben dann mit allen Fingern nochmal alles durchgerechnet – und sie hat Recht. Wir sind einen Tag länger hier. Unser Kopf ist dann doch schon sehr ausgeruht.

Wunderbar, heute geht es nach San Sebastian. Wieder ein kleines Sträßchen gesucht und quer hinübergefahren. Die Strecke erweist sich als richtig kurvenreiche Ministraße mit vielen Steigungen und Windungen. Immer wieder zum Bilder machen angehalten. Wäre die Straße nicht feucht bzw. lägen nicht die vielen Kastanien auf der Strecke, könnte man kräftigt wedelnd durchfliegen. Dafür steht links und rechts immer wieder mal ein Tier als Fotomotiv bereit. Oder ein enger Tunnel überrascht auf dem höchsten Punkt des Passes.

San Sebastian selber dann aber echt eine Herausforderung. Ganz ohne Karte oder Navi beiß ich mich durch den Verkehr. Endlich am Wasser angekommen ist das Parken nahezu unmöglich. Die Temperaturen im Stiefel bekommen Höchstwerte und nach einem kurzen, illegalen Halt …

… wird einfach der Straße entlang am Ufer weitergefahren. Als nichts mehr geht, d.h. am Ende der Sackgasse, steht dort eine Tapasbar. Wie geschickt. Moped geparkt und das Leben mal wieder genossen.

Normalerweise ist das ablichten von Essen eher unpassend auf einer Webseite, aber diese Pracht kann doch nicht vorenthalten werden:

Später dann noch auf die Anhöhe und die Stadt von oben in aller Ruhe betrachtet. Nur wenige KM raus aus der Stadt und man ist quasi alleine.

Zurück geht es wieder quer durch die Stadt, die Beschilderung ist nicht wirklich eindeutig, die Verläufe der Straßen sehr abenteuerlich. Nun rächt sich das fehlende Navi.

Irgendwie ist dann doch noch die richtige Abfahrt erwischt worden, es geht wieder die kleine bekannte und mit vielen Kurven gespickte Straße zurück. Auf dem Kamm dann noch ein schneller Einschwung mit einem gut gekühlten Glas Wein. Mehrere Katzen nutzen den Schatten der GS und legen sich unter den vor Hitze tickenden Motor. Die Schüssel muss eigentlich fürchterlich stinken, aber den Katzen gefällt es. So ganz auf die Katzenteile fixiert kommen drei Schweine um die Ecke und vernichten das Grünzeug. Irgendwie fühlen wir uns fehl am Platz, hat aber seinen Reiz.

Noch die letzen KM zurück in die Behausung und die letzen Sonnenstrahlen am Haus genossen. Wieder ein sehr schöner Tag.

Strecke:


Mittwoch, unser gewonnener Tag

Nach dem Frühstück die Karte rausgeholt und eine kleine Tour in den Bergen ausgearbeitet. Der morgendliche Blick in den Garten.

Als ersten fahren wir ein paar kleinere Städte ab. Irgendwie will die Architektur mehr an die Alpen denn an die Pyrenäen erinnern.

Eine kleine Passstraße führt an die französische Grenze, die Strecke selber wie immer nahezu ohne Fahrzeuge. Ein paar Radfahrer verirren sich schwer schuftend den Berg hoch. Oben angekommen haben wir einen tollen Blick einmal nach Frankreich und einmal nach Spanien.

Wieder runter, ab in den Norden, um eine Grotte zu besichtigen. Was als angenehmer Ausflug gedacht war, entpuppt sich als hitzige Strapaze. Netterweise durften Helme und Tankrucksack am Eingang liegen bleiben.

Es sind halt nahezu 30 Grad, man kann es nicht verneinen. Nur beschweren wollen wir uns nichts, wird ja bald Winter.

Den Rückweg wieder über eine sehr kleine Straße mit 29 KM quer durch die Prärie. Am Eingang gleich ein Kuhgatter im Boden und die Frage der Mitfahrerin, ob wir da lang dürfen. Ich bejahe mal, aber 15 KM weiter bin ich mir nicht mehr so sicher. Man findet Esel, Pferde und Schafe auf der Straße samt ihrer Hinterlassenschaften.

Die Wege haben teilweise grünes Moos als Mittelstreifen. Das fallende Laub, Kastanien und Eicheln runden die Abflugmöglichkeiten ab. Dennoch mal wieder viel Laune und jede Menge Fahrspaß.

Beim Einkehren in die Unterkunft wird uns klar, dass der Urlaub langsam zu Ende geht. Ein bisschen Wehmut macht sich breit.

Strecke:


Rückreise

Donnerstag

Den ersten Teil in Spanien noch über Landstraße und hügelige Berge. Ein letzter Stopp auf der Anhöhe für ein Rettchen: Man(n) weiß ja, was sich gehört. Wehmütig nochmal ein Blick in den Süden und es geht unaufhaltsam nach Hause.

Am Grenzübergang nochmal den ultimativen Supermarkteinkauf gemacht: Eine Flasche Magno muss noch irgendwie mit. Man kann unschwer erkennen, dass wir jeden erdenklichen Grund zur Verzögerung ausnutzen.

Und natürlich haben wir nochmals die Route kurzfristig geändert. Dank neuem Kugelschreiber lässt sich das Papiernavi anpassen. Dennoch, ab Bayonne geht es auf die Autobahn. Kurz vor Bordeaux dann die Mittagspause, danach auf der RN gen Perigeaux. Was als gute Idee gedacht war, entpuppt sich dann als Horror pur: Zähe Ortsdurchfahrten mit Tempo 30, LKW Karawanen und jede Menge Baustellen. Gut, der ein oder andere PKW Chaot zusätzlich. Irgendwann, rund 1 1/2 Stunden später als gedacht, erreichen wir Perigeaux.

Die Anfahrt von der AB wäre: runter, erster Kreis rechts, zweiter Kreis rechts, dritter Kreis links Einfahrt Hotel. Per RN quer durch die Stadt, völliger Feierabendverkehr, schlafende Opas, quer abbiegende Schnellentschlossene, ein Rettungswagen, jede Menge Kreisverkehr, zusätzlich noch ein paar Umleitungen und ein Hans, der so langsam den Überblick verloren hat. Gut, Flucht nach vorne. Raus aus der Stadt, Straßennamen aufschreiben, mit der Karte abgleichen und neu orientieren.
Das Hotel war Klasse, das Essen noch besser, meine Reisemanagerin ist einfach unschlagbar.

Strecke:


Freitag

Weiter nach Dole, ging alles ohne Probleme, aber so langsam haben wir genug von der Autobahn. Hotel ist wieder gut und die letzte Flasche Wein vernichtet. Donnerstag und Freitag knapp. 1.000 KM, die Dame kann mich immer noch leiden. Die Serviette am Getriebe (der Tachoanschluss fing das schwitzen an) hält das Öl an seinem Platz, der Motor läuft, als ob er gerade aus dem Werk kommt. Das einzige, was defekt ist, ist der Tank: alle 280 KM muss nachgefüllt werden.

Strecke:


Samstag

Am Abend davor noch in den Wetterbericht geschaut: Von Westen eine aufkommende Regenfront. Sie soll Dole so gegen 9:00 erreichen. Früh aufgestanden – der Ehrgeiz trocken zu Hause anzukommen, ist extrem hoch – geht es zum Frühstück. Das eintrudelnde Personal kommt per Roller und komplett im Regenanzug. Man will das gar nicht sehen. Draußen sieht es noch OK aus. Aufgepackt und losgefahren. Den Regen im Nacken machen wir wieder unsere KM und es lohnt sich: Das Wetter wird immer besser, in den Spiegel wird nicht mehr geschaut. Drei widerliche und anstrengende Staus „versüßen“ uns die Rückkehr nach Good old Germany. 13:40h dann die Ankunft am Haus: Wir sind etwas geschafft, aber überglücklich, draußen herrschen runde 24 Grad Sommertemperatur.

Strecke:

2 Stunden später geht die Welt unter, es rauscht das Wasser vom Himmel, als ob die Schleusen geöffnet werden. Alles richtig gemacht.

Hans – immer noch im Glück